Themen für Chrissy #3 – Senioren

Im November 2011 habe ich dazu aufgerufen, dass ihr mich mit Fragen bombardieren bzw. mit 30 Themen versorgen sollt. Und das habt ihr leider auch getan…

Thema Nr 3: Senioren
„Was hältst du generell davon das Deutsche dafür bekannt sind ihre Alten Herren ins Seniorenheim zu schicken während andere Länder und Kulturen eher darum bemüht sind sie bei sich aufzunehmen statt sie derart abzuschieben?“

Ich finde es nicht in Ordnung. Unsere Eltern kümmern sich unser ganzes Leben um uns. Also können wir uns auch um unsere Eltern kümmern, wenn sie einmal hilfsbedürftig werden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Eltern, die ihre Kinder nicht gut behandeln, sie schlagen oder sich nicht um sie kümmern. Väter, die sich einfach verdrücken oder keinen Anteil am Leben ihrer Kinder haben. Schwarze Schafe gibt es ja leider immer.

Natürlich gibt es auch Kinder, die sich nicht um ihre Eltern kümmern können. Weil sie den ganzen Tag arbeiten oder aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie es einfach nicht schaffen. Altenpflege sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Und manchmal ist es eben besser, dann die Menschen in kompetente Hände zu geben. Doch nur, wenn diese das selbst auch wollen.

Ich finde, jedes Kind sollte seinen Eltern im Alter soviel an Liebe zurück geben, wie es als Kind empfangen hat. Ich hoffe auch sehr, dass ich das eines Tages so umsetzen kann.

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9 Antworten

  1. Ich finde das auch schrecklich, wenn man einen geliebten Menschen einfach so „abschiebt“. Wir behielten meine Oma auch so lange es ging bei uns. Aber als sie ihren zweiten Schlaganfall hatte und 24h/Tag Betreuung brauchte, ging es nicht mehr. Mama hatte ja noch uns vier Kinder zu versorgen und Oma konnte man nicht mehr alleine lassen.
    Der Schritt ins Altersheim ist uns allen schwer gefallen. Vor allem dann zu sehen, wie schnell dieser einst so resolute Mensch abbaut und einen letztlich nicht mal erkannte. Das war hart und finanziell bekamen wir es auch nur gerade so geregelt.
    Heute weiß ich, dass ich meine Mutter auch nur im äußersten Notfall in ein Heim geben könnte. Ferner hoffe ich, dass ich dann eine Stelle für sie finde, die ihr gerecht wird. Aber daran will ich noch gar nicht denken.

    17. Januar 2012 um 16:32

  2. Ich finde es auch nicht schön, wenn man seine Eltern oder Großeltern ins Altenheim abschiebt! Ich mag Altenheime nicht, da riecht es immer so komisch und die sind viel zu teuer. Ich sehe es ja bei meiner Oma. Leider ist sie im Alten- und Pflegeheim, aber nur, weil sie das selbst so wollte.
    Nachdem mein Opa gestorben war, zog sie alleine in eine Ein-Zimmer-Wohnung, doch da sie nicht mehr richtig gehen konnte und öfter umgefallen ist, konnte man sie nicht mehr alleine lassen. Leider wollte sie kein einziges Angebot von ihren Kindern und Enkeln annehmen. Sie hätte bei irgendwem wohnen können und sie wäre stets unter der Familie gewesen, doch das wollte sie nicht, sie wollte niemandem auf der Tasche liegen und so.
    Jetzt sitzt sie im Rollstuhl, kann gar nicht mehr gehen und wohnt im Wichernhaus in Saarbrücken.
    Aber es ist auch irgendwo gut, dass sie nun dort in guten Händen ist, schön finde ich es trotzdem nicht. Aber machen kann ich leider auch nichts, sie hat nämlich einen sehr sturen Kopf.
    Zum Glück hat sie fast täglich Besuch, da ihre 5 Kinder abwechselnd jeden Tag zu ihr gehen. Ebenso erscheinen wir Enkel ab und zu mal bei ihr, damit sie nie alleine ist und immer jemanden zum reden hat! ^^

    17. Januar 2012 um 17:12

  3. Also solange die Leute nicht stark dement sind, sollte man sich schon um sie kümmern, wenn es noch möglich ist. Denn die Demenz zerrt der Familie auch extrem an den Nerven und ich finde, das muss nicht sein, wenn es sich vermeiden lässt und sich ein schönes Altersheim findet. Die richtig guten sind halt extrem teuer, aber man weiß, dass es die Eltern darin gut haben.

    Und da Chrissy geschrieben hat, dass man so viel Liebe zurückgeben soll, wie man bekommen hat, bin ich wohl befreit von dieser Pflicht… : /

    18. Januar 2012 um 21:18

  4. Ja, an dich habe ich dabei auch gedacht, Journey 😦

    18. Januar 2012 um 22:15

  5. Anonymous

    Werden „ältere“ Menschen tatsächlich abgeschoben? Wenn ja, warum?
    Einige Familien können es sich nicht leisten, wenn nicht beide in Vollzeit arbeiten würden. Wer seine Angehörigen pflegt, der bekommt hierfür zumindest nur ein vergleichsweise geringes Entgeld von der Pflegeversicherung.
    Die Belastung der Pflege eines z.B. dementen Menschen mit starker Unruhe kann einen einzelnen Menschen psychisch sehr stark beanspruchen, gerade wenn es die eigene Mutter/ der eigene Vater ist. Man wird nicht mehr erkannt usw. Wenn die Person ständig z.b. „Hilfe“ ruft, wenn sie inkontinent ist und überall hinpinkel – möglicherweise sogar mit Stuhlgang alles beschmiert, dann kommen einige an ihre Grenze. Solche Menschen bedürfen nicht selten einer Betreuung für 24 Stunden, egal ob Wochenende, Feiertag oder was auch immer.

    Ältere Menschen, die chronische Schmerzen haben, können hierdurch mit der Zeit verbittert und zermürbt werden. Der einzige Ansprechpartner ist vielleicht nur die Angehörigen und die bekommen das Tag für Tag zu hören und müssen damit umgehen, müssen es (er-)tragen. Der alte Mensch leidet natürlich selbst am meisten darunter, merkt aber teilweise garnicht, das er durch den Verlust der Fähigkeiten ins ein Loch fällt – häufig müssendie Angehörigen das auffangen. Das ist nicht leicht.

    Wenn ältere Mensch nicht mehr laufen können und dauerhaft bettlägerig sind, wenn eine Dekubitusgefahr besteht und aufgrund der individuellen Gewebetoleranz alle paar Stunden eine Lagerung erfolgen muss (auch in der Nacht), dann opfert der Angehörige auch ein Teil seiner Lebensqualität.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Großteil der Menschen in Deutschland wird von seinen Angehörigen mit viel Liebe und Geduld zuhause gepflegt, das ist (kann) eine hohe körperliche und seelische Belastung sein. Wenn z.B. die Frau ihren Mann pflegt, dann vereinsamt sie nicht selten, weil sie dauerhaft für ihn da ist.

    Heime sind auch aus meiner Sicht nicht optimal und eigentlich möchte NIEMAND dorthin, manchmal gibt es aber auch gute Heime, die für die Menschen gut sorgen – häufig sieht die Praxis aber auch anders aus und viele Faktoren greifen hier zusammen: Personal – Betreiber – Krankenkasse – Politik …

    Es gibt mittlerweile andere Projekte und das läßt hoffen.

    Aber eines kann man in Deutschland ganz sicher sagen: Viele pflegen ihre Angehörigen selbst und wer das über einen langen Zeitraum gemacht hat, der kann sich auch eine Meinung bilden. Wer ohne Erfahrung in diesem Bereich blauen Dunst äußert oder den moralischen Zeigefinger hebt, der sollte besser garnichts sagen.

    19. Januar 2012 um 11:30

  6. Anonymous

    Man erkennt ein gutes Heim NICHT am Preis! Man erkennt es – leider – auch nicht an der mittlerweile veröffentlichten Note des MDK, weil diese die Strukturqualität in erster Linie prüfen und das bedeutet eigentlich nur: Papier & Dokumente werden auf bestimmte Anforderungen hin überprüft.

    Man kann eigentlich nur einen Tip geben. Vorher einmal das ganze Heim anschauen. Unwichtig ist die Einrichtung ( schöne Teppiche, ggf. ein Kamin usw… )und alles, was einem eine zunächst schöne Umgebung vorgaukeln kann. Hier wird eine Dienstleistung verkauft und das muss einem klar sein.
    Man sollte sich einmal umschauen und das wichtigste ist das PERSONAL. Wie schauen die Menschen aus, welchen Eindruck habe ich (sehen die gestresst aus, hetzen die über die Gänge usw.). Einfach mal Fragen: Wieviele Bewohner werden von einer Pflegekraft versorgt? Wie hoch ist die Fachkraftquote? Haben die Mitarbeiter eine Weiterbildung im Bereich Gerontopsychiatrie, die besonders für demente Bewohner zuständig sind?

    Pflege wird von Pflegekräften und nicht vom netten Heimleiter/ der Pflegedienstleitung erbracht. In schlechten Heimen ( auch teure Heime ! ) sieht man dem Personal an, dass es überarbeitet, müde o.ä. aussieht – meist werden die auch über ihre Belastungsgrenze hinaus beansprucht. Jemand der überlastet ist, wird keine gute Pflege mehr erbringen können, egal wieviel Geld der Eigentümer/ die Stifung usw. dafür nimmt.

    19. Januar 2012 um 11:44

  7. Ich finde, das lässt sich schwer so pauschalisieren. Wer sich das zutraut, der hat auf jeden Fall meinen Respekt verdient. Gerade, wenn es noch die eigene Familie ist. Aber selber kann ich mir das nicht vorstellen. Und auch meine Eltern sehe ich nicht in dieser „Position“. Zumal mein Vater auch sehr viel zu tun hat und emotional sehr eingebunden ist, um dafür zu sorgen, dass seine Mutter, ein Bruder und eine Schwester professionell versorgt sind.

    Ich hoffe, dass sich das Konzept der kleineren Wohngruppen weiter ausbreitet, so dass immer mehr diejenigen, die die Pflege nicht selber ausführen können, ihre Angehörigen in angenehmer Gesellschaft wissen 🙂

    19. Januar 2012 um 18:15

  8. Im Großen und Ganzen finde ich den Kommentar von Anonym sehr zutreffend und stimme auch mit ihr/ihm überein. Bis auf den Satz „Wer ohne Erfahrung in diesem Bereich blauen Dunst äußert oder den moralischen Zeigefinger hebt, der sollte besser garnichts sagen.“

    Zu behaupten, alle anderen hätten keine Ahnung, ist Quatsch. Jeder hat sicher schon einmal Erfahrungen mit so etwas gemacht. Auch ich hatte Großeltern und meine Großmutter war in einem guten Seniorenheim untergebracht, die ganze Familie hat sie regelmäßig besucht und wir kannten auch das Personal.

    Außerdem kommen Science-guy und seine Familie aus der Altenpflege. Sie haben selbst tagtäglich damit zu tun.

    19. Januar 2012 um 18:58

  9. Es kommt immer darauf an, wie diese alten Menschen sich dann verhalten.
    Wenn jemand sein Leben lang andere unter Druck setzt und ihnen zeigt, dass es nie gut genug ist, was sie tun, sogar lieber andere „gebildete“ Leute vorschiebt, weil Kinder und Enkel nicht geworden sind, wie gewünscht und dann auch noch permanent gegen die Schwiegertochter schießt und sich überall einmischt, darf sich nicht wundern, wenn die Kinder irgendwann keine Lust mehr haben und die Enkel Besuche boikottieren, weil die Solidarität auf Seiten der eigenen Mutter steht.
    Anders liegt der Fall natürlich, wenn die Familie sich versteht.

    Man muss aber einfach auch bedenken, dass manche Menschen an den Punkt kommen, an dem sie sich nicht mehr um die Senioren kümmern „können“, weil das ihre Kräfte übersteigt. Alte Menschen werden manchmal schwierig… Oder aber, sie haben Krankheiten und wenn man dann nicht in der Pflege ausgebildet ist, macht man sich früher oder später selbst kaputt.

    Daher stimme ich Anonym zu.

    20. Januar 2012 um 08:53

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