Less is more – Teil 1 – Aller Anfang ist… seltsam.

„Wie bin ich da eigentlich jetzt wieder rein geraten?“

Die Antwort ist: Ich habe keine Ahnung. War es der Umzug, der die Veränderung in mir hervorrief? Oder die Landluft? Oder doch die Resignation?

Schon als es relativ spontan hieß: „Wir ziehen wieder aufs Dorf. Gemeinsam.“ wurde mir nach und nach wieder bewusst, wie viel ich eigentlich besitze. Das ausräumen einer kleinen 45 qm Wohnung in Chemnitz kann dann doch mal ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Beim Mann is das ja einfach – ich hab rigoros ausgemistet und weggeworfen, was mir aus seiner Wohnung nicht gefiel. Gerade an Besteck, Geschirr und Deko landete viel in der Tonne – diese Sachen waren eh alt und von dem allen brachte ich ja mehr als genug mit. Dahingegen meine eigenen Sachen auszumisten… Naja. Schwierig. Ich habe mich zwar auch von sehr vielen Dingen getrennt. Gerade an Möbeln habe ich fast nichts mitgenommen, sondern viel verschenkt oder vom Sperrmüll abholen lassen. Aber trotzdem packte ich Kisten um Kisten um Kisten… Wobei ich hier schon bemerkte, dass einige Kisten noch vom vorhergehenden Umzug standen wie sie standen – ungeöffnet. Und genau so landeten sie auch im LKW.

Der LKW. Ein ganzer LKW randvoll mit Möbeln und Umzugkartons. Und der reichte nicht mal. So das wir mit vielen Autoladungen extra noch fahren mussten. Kaum zu glauben wie viele Dinge und Möbel sich im Leben zweier Menschen so ansammelt. Nun, ein randvoller LKW. Das war Punkt eins.

Punkt 2. Mein Kleiderschrank.
Mein alter Kleiderschrank war ein 6-türiger Holzkleiderschrank, der schon dreimal mit umgezogen war. (oder war es sogar viermal?…)
Er war aufgeteilt in 3 Ablagefächer, 3 Kleiderstangen und 2 große und 4 kleine Schubkästen.
Nur war das gute Stück schon schief und krum. Zum einen war es ein sehr günstiges Fabrikat aus MDF … es kam immer wieder vor, dass ich nach dem aufziehen einer Schublade nur noch einen Griff mit Brett in der Hand hatte. Zum anderen sind die Kleiderstangen schon ein paar mal unter Ihrer Last zusammen gebrochen. Deshalb, und auch, weil nichtmal alles in meinen Kleiderschrank rein passte, lag bei mir schon immer viel im Schlafzimmer rum. Gerade die Sachen, die ich tatsächlich öfter anzog, lagen auf Stühlen, Bett oder Sideboard… überall nur nicht im Schrank. Und es bildeten sich ab und zu kleine Häufchen. Die zu großen wurden. Was mich völlig wahnsinnig machte, wenn ich etwas suchte. Ich glaube der ein oder andere Ex-Freund könnte da ein Lied von singen. Klein Lilith will ausgehen und etwas bestimmtes anziehen… und findet es nicht.
Auch ein tolles Thema dazu: Spontaner Besuch. Grauenvoll. Ich habe meistens versucht, dann alles fix in den Schrank zu stopfen… woran ich meistens kläglich scheiterte – der Schrank war ja schon voll. Das frustrierte mich oft sehr und regte mich selbst auf.
Dann gab es Zeiten, in denen ich eine rundum Aufräumaktion machte. Alles fein in den Kleiderschrank reingestapelt, die Sachen dicht an dich ordentlich auf Kleiderbügel gehangen. Und immer wieder der Vorsatz: So bleibt es jetzt aber auch.
Was nie funktionierte. Vor Partys suchte ich Sachen raus, probierte sie an, merkte, sie passen nicht, oder gefallen nicht. Inzwischen war alles nachgerutscht im Schrank und direkt wieder reinstopfen? Puh. Dann noch eins probiert, auch auf dem Bett gelandet. Noch eins. Und irgendwie habe ich so so viel… und doch nichts anzuziehen. Warum? Wie geht das? Dabei hab ich doch hin und wieder schon das ein oder andere Teil ausgemistet und es bei Kleiderkreisel rein gestellt gehabt. Und von da an wartete es im Schrank darauf, einen neuen Besitzer zu finden.

Einmal hat mich diese ganze Kleidungssache völlig überfordert. Ich fühlte mich richtig hilflos.

Da kam mir der Vorsatz für die neue Wohnung ganz recht. Ich wollte eine PoleDance Stange im Schlafzimmer. Und für die braucht man zu allererst Platz. Und ich wollte einen Kleiderschrank mit großem Spiegel gegenüber der Stange. Natürlich aber auch keinen riesigen Kleiderschrank, denn neben Stange + Platz für die Stange (1,50 m rings um die Stange musste frei bleiben) braucht man ja im Schlafzimmer auch noch ein Bett. Eventuell. Ab und zu.

Dieser wunderhübsche Kleiderschrank wurde es:

Unser kleiner neuer Kleiderschrank :3 #wohnung #dunkeltochterhöhle

 

Und nichtmal für mich allein. Eine Seite habe ich an meinen Mann abgetreten.

20107928

Das linke drittel hat mein Mann. Die Schubkästen sind bei uns in der Mitte – erst hatte er einen und ich einen, mittlerweile habe ich aber beide. Es war erstens zu umständlich mit geteiltem Sorgerecht, zweitens haben Frauen nunmal viiiiel mehr Dinge, die in Schubladen müssen. (Strings, Pantys, Bhs, Socken, Tücher, Gürtel … ihr wisst schon.)

Ich schweife viel zu sehr ab. Lange Rede, kurzer Sinn – nach dem Einzug begann ich meine Sachen alle nach und nach durchzuwaschen und auszumisten. Da landete schon ziemlich viel auf Kleiderkreisel. Und diesmal war ich schlau – anstatt alles wieder im Kleiderschrank zu lagern, hatte ich mir große Unterbettboxen bei Ikea besorgt. Dort kam dann alles rein, was ich zum Verkauf eingestellt hatte. Und es wurde schon ein klein wenig übersichtlicher. Jedenfalls ein bisschen.

Da ich meistens ziemlich schnell Lust und/oder Motivation verlor, schaute ich nebenbei YouTube Videos. Und irgendwann schaute ich mir dann während ich meinen Kleiderschrank weiter aussortierte oder Sachen für Kleiderkreisel abfotografierte Videos an, in denen andere Mädels ihren Kleiderschrank ausmisteten. Und dann hörte ich den Namen zum ersten Mal. Marie Kondo.
Aber nur so nebenbei. Und dann hörte ich ihn wieder. Und wieder. Und so lernte ich die KonMari Methode kennen. Die ich zu allererst als ziemlich seltsam empfand.

To be continued

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2 Antworten

  1. Vom Suchen von Klamotten bei dir (und im Auto) kann ich auch ein Lied singen, obwohl ich nur zu Besuch war. xD
    Aber jetzt erklärt sich mir vieles an Chaos. ^^
    Ich hoffe deine Motivation bleibt bestehen, jetzt, wo du mehr Platz im Schrank hast! : *

    23. März 2018 um 07:00

  2. Oh ja, so ein Zwang durch Umzug kann schon gut helfen, alten Ballast loszuwerden. Die KonMari-Methode muss ich mir mal im Hinterkopf behalten. Fehlt „nur noch“ die Muttivation …

    Ist die Aufteilung des Kleiderschranks wie in der Illustration? So viel zum Hängen wär nix für mich. Daher finde ich die Stehend-Falt-Methode zum KonMari auch interessant. Es ist zwar fraglich, ob so viel Platz einzusparen ist, da ich im Kleiderschrank einige Regalböden hab und das daher eh schon alles recht gut gefüllt ist. Aber ausprobieren könnte mans mal 🙂

    26. März 2018 um 22:13

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