Buchausschnitt „Bloodlines“

Was für mich ein richtig gutes Buch ist?
Eins, dass ich herbei nehme, um Textpassagen zu notieren, da sie mich so sehr treffen.

Ich reichte ihm das Eis zurück. >>Ich kann nicht. Nicht, wenn du zusiehst. Es ist zu unheimlich. Darf ich es später essen?<<
>>Natürlich<<, sagte er und stellte es wieder in die Tiefkühltruhe zurück. >>Wenn du es wirklich isst. Ich kenne dich.<<
Ich verschränkte die Arme vor der Brust, während er mir gegenüber stand. >>So, ja?<<
Er fixierte mich mit einem beunruhigend harten Blick. >>Vielleicht halten alle anderen deine Abneigung gegen Essen für süß – ich aber nicht. Ich habe beobachtet, wie du Jill ansiehst. Ich sag dir mal was, und zwar in liebevoller Strenge: Du wirst nie, niemals ihren Körper haben. Niemals. Unmöglich. Sie ist eine Moroi. Du bist ein Mensch. Das ist Biologie. Du hast einen großartigen Körper, einen, für den die meisten Menschen morden würden – und du würdest noch besser aussehen, wenn du etwas zunehmen würdest. Zwei Kilo wären ein guter Anfang. Versteck die Rippen. Tu was für deine BH-Größe.<<
>>Adrian!<< Ich war entsetzt. >>Du … bist du jetzt völlig durchgeknallt? Du hast kein Recht, mir so was zu sagen! Ganz und gar nicht.<<
Er lachte spöttisch. >>Ich habe jedes Recht, Sage. Ich bin dein Freund, und sonst wird´s niemand tun. Außerdem bin ich der König der ungesunden Angewohnheiten. Meinst du, ich erkenne keine, wenn ich sie sehe? Ich weiß nicht, woher das kommt – deine Familie, zu viele Moroi oder einfach unsere eigene zwangsneurotische Natur -, aber ich sage dir, du brauchst das nicht.<<
>>Also ist das so eine Art Intervention.<<
>>Das ist die Wahrheit<< sagte er schlicht. >>Von jemandem geäußert, der Anteil nimmt und möchte, dass dein Körper genauso gesund und umwerfend sein soll wie dein Geist.<<
>>Das muss ich mir nicht länger anhören<<, sagte ich und wandte mich ab. Eine Mischung von Gefühlen tobte in mir. Zorn. Entrüstung. Und seltsamerweise auch ein wenig Erleichterung. >>Ich gehe jetzt. Ich hätte nie vorbeikommen sollen.<<
Seine Hand auf meiner Schulter hielt mich zurück. >>Warte … hör mir zu.<< Widerstrebend drehte ich mich um. Sein Ausdruck war immer noch streng, aber seine Stimme klang weicher. >>Ich will nicht gemein zu dir sein. Du bist die letzte Person, der ich wehtun möchte … aber ich will auch nicht, dass du dir selbst wehtust. Du kannst alles vergessen, was ich gerade gesagt habe, aber ich musste es einmal ansprechen, okay? Ich erwähne es nie wieder. Es ist dein Leben.<<
Ich wandte den Blick ab und blinzelte Tränen zurück. >>Danke<<, antwortete ich. Ich hätte glücklich darüber sein sollen, dass er sich zurückziehen würde. Stattdessen war da ein Schmerz in mir, als hätte ich etwas aufgerissen, das ich eigentlich hatte übersehen und wegschließen wollen. Eine hässliche Wahrheit, die ich mir selbst gegenüber nicht eingestehen wollte, die für jemanden, der behauptete, sich mit Fakten und Daten zu beschäftigen, verlogen war. Das wusste ich. Und ob ich ihm recht geben wollte oder nicht, ich wusste ohne jeden Zweifel, dass er in einem Punkt recht hatte: Niemand sonst hätte mir gesagt, was er gerade gesagt hatte.

Bloodlines – Die goldene Lilie, Kapitel 24

Das kam mir doch irgendwie bekannt vor.

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