Toilettengeflüster.

Nein, das hier wird keine Kurzgeschichte ala Feuchtgebiete – hoff ich.
Ich hab mir ja den Film tatsächlich angesehen… fand ihn aber eher so naja. Ich hatte tatsächlich schlimmeres erwartet – gut, ich hatte auch das Buch gelesen… ziemlich ekelhaft war er an einigen Stellen trotzdem. Schade aber, dass die psychischen Probleme und der Selbstmordversuch doch nur so am Rande angeschnitten wurden. Aber nein, hier soll es nicht um Charlotte Roches Machwerke gehen.

Sondern um Clubtoiletten. Wenn man oft in Clubs geht, kann man keine hohen Ansprüche an Toiletten haben und gewöhnt sich vielleicht sogar an so einiges. ZB. daran, immer etwas Papier einstecken zu haben, denn: Je später der Abend, desto weniger Klopapier. Gewöhnungsbedürftig ist auch, wenn keine verschließbaren Türen vorhanden sind. Das ist jedenfalls zumindest bei den Kabinen schon sehr von Vorteil. Aber ich will ja nicht anspruchsvoll sein. Wer braucht schon Türen, wenn man, wie in unserem Club, ein Sofa im Toilettenraum hat? Auf dem sich leider auch gerne mal Männer tummeln. Ich mache dann meistens direkt wieder kehrt. Denn irgendwie will mir das einfach nicht gefallen, das mir auch dieses letzte bisschen Privatsphäre geraubt werden soll.

Aber nun… Clubtoiletten und Privatsphäre. Da ist man nur 5 Minuten pullern, und schon wird man mit den geistigen Ergüssen seiner Mitmenschen beschenkt.

A: „Jaaaa verdammt da hat ich solche Magenkrämpfe ey, das war so unnormal ey, kann ich dir sagen ey. Ich wusst gar nicht wo das herkam, ey!“
B: „Tage gehabt?“
A: „Ja na ey, die kamen dann ey… Konnt ich ja aber nicht wissen, ey!“
(irgendwie muss ich hier eine Sekunde unaufmerksam gewesen sein, denn, obwohl keine Zeit verstrich, habe ich plötzlich den Zusammenhang/den Faden verloren)
A: „Und da sagt der doch zu mir, es is okay ey. Ich finds auch okay, aber wenn er das nich okay gefunden hätte, wäre das auch okay. Is ja egal, ob ers okay findet, hauptsache ich finds okay. Und ich finds okay…“
B: „Hmm“
A: „Jedenfalls find ich das endgeil. Richtig geil ey! Wenns nicht so wäre, das wäre so ungeil ey, aber es ist so geil ey…“ die Stimme wurde leiser und leiser, und so sehr ich mich auch beeilte, welche zwei Blondinen Damen sich da so unterhalten haben. Und so konnte ich leider auch nicht rausfinden, wer nun was geil und okay oder sonstwas fand.

Sehr interessant war aber auch der Club(toiletten)besuch einige Wochen vorher.

Auf den Wunsch meines Mannes hin fuhren wir mal wieder nach Dresden. Bekannte seinerseits fuhren uns, um genau zu sein. Wir gingen zusammen zu einer Abschiedsparty des Clubs „Triebwerk“. Ich gehe ab und an schon gerne mal in „normale“ Clubs. Muss ja nicht immer alles nur Gothic sein. Ich bin da recht offen, es interessieren mich aber auch die Unterschiede. Ich dachte – schon leicht betüdelt, ich musste ja nicht fahren – auf dem Weg zur Damentoilette darüber nach, einen Blogeintrag über die Unterschiede der Szenen zu verfassen. Als ich mich in die recht lange Reihe vor den Damenklos einreihte, konnte ich jedoch keinen klaren Gedanken mehr fassen, da ich ungewollt Zuhörerin eines Monologes Gespräches zweier „Damen“ wurde, die in einer Ecke vorm Toiletteneingang standen.

(frei nachgestellt)
1 : „… weißt du, nie meldest du dich. Immer muss ich. Nie, nie kommst du mal von dir aus. Immer muss ich mich melden. Nie schlägst du vor, dass wir uns mal treffen können. Und dann schlag ich was vor, und du sagst ab!“
2: „… aber…“
1: „Weißt du, ich kann mich auch nicht immer melden. Ich hab auch zu tun. Aber ich melde mich. Sonst würden wir ja nie was tun. Und nie meldest du dich mal. Nie schlägst du vor, wo wir wann hingehen können!“
2: „Aber ich hab doch heut Triebwerk vorgeschlagen…“
1: „Aber sonst meldst du dich nie. Und nie schlägst du mal vor, was wir machen können. Immer melde ich mich. Was ist denn so schwer, sich mal zu melden? Und mal zu sagen, ja komm, wir machen dies und das. Aber immer bin ich die, die sich meldet…“

Halb fasziniert von diesem Gespräch und überlegend, ob ich ihr, wenn sie zum hundertsten Mal das Wort „melden“ benutzt hat, auf den Kopf hauen soll, bemerke ich, wie eine andere an mir vorbei geht, ins erste von drei Klos und einziges, das nicht verschlossen ist. „Warum geht denn da keiner rein?“ fragt sie zickig und genervt, bleibt aber auf Absatz in der Tür stehen. „Oh… vollgekotzt. Na wie eklig.“ sprachs und ging weg.

In Tür Nummer 2 befinden sich gleich zwei Damen. Sie gingen zusammen rein und wechselten sich wohl ab… Was ich so auch nicht kannte, aber es heißt ja: Frauen gehen immer zu zweit aufs Klo.
Nach einer gefühlten halben Stunde Anstehen bin ich an der Reihe, und Tür Nr. 3 öffnet sich. Da kam ein Mädchen heraus, ich geh schon auf die halb offene Tür zu, und schon kam eine weitere. Noch bevor ich denken konnte „Oh, noch zwei aufm Klo händchenhaltende Mädels“ kam die Dritte im Bunde und hinter ihr zwei Typen. Aus einer etwa 1 x 1 m „großen“ Klokabine(!!).
Und ich stehe gaffend da, mir entfährt ein „What the fuck!?!“, ich blicke in die Kabine und frage:
„Gehts hier nach Narnia?“

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3 Antworten

  1. Rina

    Ich hab mir den A**** abgelacht bei deiner Spontanreaktion mit den 5 Leuten in der Toilette :’D !!
    Wie kommst du in den Momenten immer auf so coole Antworten? Ich bin ja auch nicht auf dem Mund gefallen, aber sowas fällt mir dann doch immer erst eine Minute danach ein.

    Im Allgemeinen: Toilettengespräche sind meist dann richtig lustig, wenn sich die Frauen über die Kabinenwände hinweg nebeneinander auf dem Klo sitzend unterhalten…hab ich so festgestellt…. Wenn du da anstehst, fühlst du dich eher wie bei einer Talkshow oder so…

    30. November 2013 um 14:26

    • Hihi ich weiß auch nicht… wenn ich angetüdelt bin kommt sowas manchmal einfach aus mir raus xD Ich hab im Nachhinein aber auch noch ziemlich drüber grinsen müssen ^^

      Das mit Gesprächen IN Kabinen hab ich erst einmal erlebt… aber ja, das kann sicher auch äußerst amüsant sein 😀

      1. Dezember 2013 um 04:52

  2. Haha, super Eintrag! Besonders die letzte Story mit den fünf Leuten ist mega krass. xD

    1. Dezember 2013 um 17:11

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