Erfahrung Kupferkette ~

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag hier öffentlich einsehbar mache, oder nicht. Ich habe mich aber dazu entschlossen, ihn öffentlich zu stellen… Meine männlichen Leser oder Menschen, die das anstößig finden, können diesen Beitrag gern ignorieren.

Jedenfalls hatte ich diesen Donnerstag meinen Frauenarzt-Termin zum Kupferkette einsetzen. Wie schon einmal geschrieben, vertrage ich ja leider keine Hormone mehr. Immer nur allein „Hütchen“ zu verwenden, wie BrummelBrot sie so schön nennt, war für mich allerdings einerseits zu unsicher, andererseits auf die Dauer auch keine Lösung. Ich habe dann eine Weile die Temperatur-Methode ausprobiert (natürlich trotzdem mit Hütchen!), doch das war absolut nichts für mich… Zum einen schwankt meine Temperatur bedeutend mehr als normal (warum auch immer), zum anderen kann ich auch nicht jeden Morgen zur selben Zeit messen (unterschiedliche Schichten auf Arbeit und ich schlafe ja auch öfter mal nicht zu Hause…). Deshalb hab ich das messen schnell wieder aufgegeben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte also im Internet nach Verhütungsmitteln ohne Hormone gesucht. Dabei stieß ich auf die Kupferkette und fand schnell raus, das wir einen Arzt in der Nähe haben, der damit jahrelange Erfahung hat. Also machte ich einen Termin aus und hatte dann erstmal ein Vorgespräch. Dabei erklärte mir der Arzt nochmal die Wirkungsweise, zeigte mir was genau ich da eingesetzt bekomme, wie viel es kostet, was ich beachten muss, etc.
Dann suchten wir einen passenden Termin, da die Kette nur in einer bestimmten Zyklus-Phase eingesetzt werden sollte. Außerdem wurde mir gesagt, ich solle einen Fahrer mitbringen.

Donnerstag nachmittag war es dann soweit. Der Arzt sprach zuerst noch einmal mit mir und erkundigte sich, ob noch irgendwelche Fragen offen wären. Nachdem das geklärt war, ging es dann in die Kabine und von dort in den Behandlungsraum. Dort wurde dann erstmal Ultraschall gemacht, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Er hat mir auch Schritt für Schritt alles genau erklärt und gezeigt, wo sich was befindet und auf was er achten muss. Außerdem wurde Maß genommen. Danach untersuchte er mich auch noch einmal wie zu einem normalen jährlichen Termin.

Wir hatten vorher ausgemacht, dass ich den Eingriff ohne Narkose machen wollte. Denn Klein Lilith wollte ja am liebsten direkt danach nach Chemnitz düsen und feiern gehen. Hm. Böser Fehler. Die Schmerzen des einstechens waren dann doch so stark, dass der Arzt mir eine örtliche Betäubung gab. Sofort danach spürte ich nichts mehr – ich nahm nur noch wie im Rausch wahr, was geschah. Der Eingriff selbst dauerte nur wenige Minuten. Die ganze Zeit war eine Schwester dabei und sprach mit mir und beobachtete mich. Nach dem Eingriff hob sie mich zusammen mit einer weiteren zurück auf die Liege. Sie prüften, ob alles in Ordnung sei und zogen mich an, da ich in meinem Rausch zu benebelt war. Dann wurde ich in einen Raum gebracht und in einen klappbaren Sessel gelegt. Ich dämmerte so vor mich hin und schaffte es gerade noch, meinem Fahrer eine SMS zu schicken. Ich verbrachte etwa eine halbe Stunde in diesem Raum und alle paar Minuten schaute eine Schwester nach mir und erkundigte sich, ob alles in Ordnung sei.

Ich hatte keine Schmerzen im Unterleib… aber stechende Schmerzen im Rücken (warum auch immer). Als ich mir sicher war, wieder geistig zurechnungsfähig zu sein, ging ich an den Empfang. Ich zahlte die vereinbarten 214 Euro. Der Arzt kam noch einmal zu mir und gab mir Infomaterial mit, sowie Ultraschallbilder für meinen Arzt und weitere Infos. Die Schwestern wollten, dass ich im Wartezimmer blieb, bis mein Fahrer auftauchte… doch ich ging trotzdem nach unten, denn ich brauchte dringend frische Luft. Ich kam mir ein wenig wie betrunken vor, wie ich da so die Straße entlang torkelte… aber ich wurde zum Glück gleich abgeholt. Mir war auch etwas übel, doch nach einer Portion Nudeln, nem halben Liter Cola und einem Schokopudding ging es mir wieder blendend. Ich hatte ja den ganzen Tag nichts gegessen, was wohl wegen der Narkose auch besser war.

Später fuhr ich natürlich trotzdem nach Chemnitz. Ich hielt mich aber mit dem Tanzen recht zurück. Ab und zu stach es kurz im Unterleib… und am Ende des Abends war mir etwas schwindlig. Ich denke aber, dass hatte auch einige andere Gründe. Richtige Schmerzen habe ich seit dem Eingriff nicht und ich fühle mich auch nicht anders. Wie gesagt, hin und wieder zieht es kurz im Unterleib… aber das ist kaum der Rede wert. Ich darf nun eine Woche lang nicht baden, keinen Verkehr, keine Tampons etc. Und am Anfang hat es auch ein kleines bisschen geblutet… Aber ich bin bisher zufrieden. Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt.

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15 Antworten

  1. Vielen Dank dass du deine Erfahrung dies bezüglich geteilt hast. Ich komme zwar selbst gut mit der Pille zu recht, allerdings empfinde ich diese Hormonsache als zum Teil zu undurchsichtig, weswegen ich ebenfalls darüber nachdenke einen Arzt aufzusuchen, der die Kupferkette einsetzt, wobei ich darüber vorher mit meiner Frauenärztin reden werde. ❤

    3. Juni 2012 um 22:29

  2. soshasfuchsbau

    ich steh der Pille ja schon lange skeptisch gegenüber – was den Hormonhaushalt so krass verändern kann, so viele Nebenwirkungen hervorbringt/-en kann und dennoch von fast allen Ärzten als Mittel der Wahl gesehen wird, kann i-wie nicht gut sein 😉 – aber mir reichen bis jetzt Kondome. Ich hab‘ allerdings auch schon mal nach Alternativen gesucht und da war das Beste, was ich fand auch die Kupferkette/Gynefix.
    Sehr sympathisch daran finde ich auch, dass die Wirkung quasi sofort nach Entfernung aufhört – praktisch wenn man vorhat i-wann vielleicht Kinder zu bekommen. Und preislich ist das auch okay – lohnt sich nur für mich derzeit nicht 😉 Der Arzt bei dem du warst, ist das der in Scheibenberg? Gibt ja nicht sonderlich viele, die das Teil legen – schade eigentlich. In Erfurt scheint’s praktischerweise auch einen zu geben, falls ich’s doch i-wann nötiger habe, hihi

    4. Juni 2012 um 01:18

    • Ich denke auch, das der Preis okay ist. 214 Euro für 5 Jahre Verhütung. Wenn ich daran denke, was ich in letzter Zeit für Kondome ausgegeben habe (wobei ich anmerken muss, dass tatsächlich viele Männer selbst Hütchen dabei/Zuhause haben… war bei meinen früheren Erfahrungen nicht der Fall. Ob das daran liegt, dass ich es nun mehr mit Clubgängern zu tun habe? Hm…)

      Ich finde es auch sehr gut, dass sofort nach Entnahme der Kette die Wirkung auch aufhört. Bei vielen Pillen ist es ja zB. so, dass man sie gar nicht länger als 1-2 Jahre am Stück nehmen soll, da sonst die Gefahr besteht, unfruchtbar zu werden. Das wissen nur leider viele Mädchen/Frauen gar nicht. Und ich möchte definitiv später einmal Kinder haben… und mir nicht wegen so ner kleinen Hormonbombe meine Chancen auf eine Familie versauen.

      Und ja, ich war bei dem FA in Scheibenberg 😉

      4. Juni 2012 um 23:51

  3. Jip, kann mich nur anschließen. Es liest sich interessant und ist aufschlussreich. Soviel wusste ich von der Kupferkette bisher nicht. Ich hab mich ja für die Spirale entschieden, mit der ich auch recht zufrieden bin. Das mit der Pille habe ich erst gar nicht angefangen, da ich mit meiner richtigen Tabletteneinnahme sowieso schon nicht so gut klar komme… ^^

    4. Juni 2012 um 17:55

    • Hast du denn eine Hormonspirale oder eine Kupferspirale?
      Ich habe nämlich gelesen, dass eine Kupferspirale eigentlich nur eingesetzt wird, wenn man bereits einmal eine Geburt hatte…

      Und ja, das mit der Einnahme war immer auch etwas mein Problem, muss ich zugeben. Oft kam es vor, dass ich eine Pille vergaß oder zu spät einnahm… und dann gabs immer die Panik 😉 Jetzt brauche ich mir darum keine Gedanken mehr zu machen, denn ich kann ja nichts vergessen und muss an nichts denken.

      4. Juni 2012 um 23:54

      • Ich habe die Hormonspirale. ^^

        5. Juni 2012 um 11:38

  4. LaFiFfii

    Kupferkette…Hatte ich bislang noch nicht gehört. Auch ich finde den Beitrag sehr interessant. Finde es schade, dass das Thema Verhütung doch oft nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wird. Ich selbst bin gegen Hormone und habe daher auch damals um eine Spirale gebeten. Die gibt es ja auch in zwei Varianten. Hormonspirale und Kupferspirale. Wo ist denn der Unterschied zwischen der Kette und der Spirale? Ich muss das mal nachlesen. Interessiert mich eben 😉
    LG Eumeline

    4. Juni 2012 um 18:39

    • Also das was ich bisher darüber weiß:
      Die Kupferkette ist noch recht neu und eine Art Weiterentwicklung der Kupferspirale. Deshalb gibt es in Deutschland bisher nur wenige Ärzte, die sie einsetzen. Sie muss auch aus dem Ausland bestellt werden.
      Die Kupferkette ist nicht so fest wie die Spirale, also beweglicher im Körper. Außerdem kommt es bei ihr nicht wie bei der Spirale zu Blutungsstörungen.

      4. Juni 2012 um 23:42

      • soshasfuchsbau

        guckt mal, hier gibt’s ein Bild, dann kann man sich das vielleicht besser vorstellen: http://www.pett-jandi.de/medizinische_infos/die_kupferkette_gynefix/
        Die Kette ist eben flexibel, anders als die Spiralen – deswegen sind die Ketten auch was für junge Frauen bzw. welche die noch nicht geboren haben. Ich glaube es gibt sogar ’ne Art Mini-Gynefix, die ist noch’n Stück kleiner – aber da bin ich mir grad nicht sicher, müsste man nachschauen, vielleicht verwechsel ich das auch.

        5. Juni 2012 um 00:02

        • Genau das ist auch das, was mir der Arzt am ersten Tag des Vorgesprächs zeigte.

          Es gibt die GyneFix in 2 Ausführungen:

          Die GyneFix mit 4 Kupferelementen (GyneFix 200) bei kleinerer und normal großer Gebärmutter

          Die GyneFix mit 6 Kupferelementen (GyneFix 330) bei großer Gebärmutter (Sondenlänge über 8 cm)

          Aber die erstere ist wohl die gängigere, und auch die, die ich habe, soweit ich mich recht erinnere 🙂

          5. Juni 2012 um 00:12

  5. Ich kann mich nur anschließen, finde es auch gut, das öffentlich anzusprechen 🙂

    Ich finde es auch sehr bedenklich, wie selbstverständlich eine Verhütungsmethode empfohlen (bzw. von vielen Männern automatisch „angenommen/vermutet“) wird, die so gravierend auf den Körper wirkt.

    Sicher mag es erstmal angenehm klingen, mit kleinen Tabletten verhüten zu können, ohne mechanischen Eingriff in den Körper. Aber die Alternativen werden – zumindest in den Medien – meines Erachtens viel zu sehr vernachlässigt.

    Ich würde mich über weitere Erfahrungsberichte sehr freuen 🙂

    4. Juni 2012 um 23:15

    • Ich werde auf jeden Fall noch mindestens einen zweiten Bericht bringen, wie sich die Kupferkette dann bewährt hat. Ich bin ja auch gespannt, ob ich selbst etwas merke, Schmerzen haben werde oder ob mein Mann beim herzeln etwas merken wird… letzteres ist im Moment so meine einzige Angst.

      4. Juni 2012 um 23:57

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