Arbeitsamt, du kannst mich mal!

Mich wundert es, dass noch keine Bombendrohung oder Amoklauf an die ARGE bzw. das Arbeitsamt ging. Ich könnte es keinem verdenken. Mein ganzer Ärger mit der ARGE fing im April wieder an. Da bekam ich einen Brief, ich sollte ja nicht vergessen, einen Folgeantrag für das Hartz IV zu stellen.

Bis zu dem Moment, das war Anfang April wo ich den Brief bekam, wusste ich gar nicht, dass man nach einer gewissen Zeit Hartz IV neu beantragen muss. Hat einem ja keiner gesagt. Also bin ich natürlich schnellstmöglich rein ins Amt, und hab mir einen Folgeantrag geholt. Von der Dame wurde mir gesagt, da es sich ja „nur“ um einen Folgeantrag handelt, bräuchte ich die ganzen Extra-Blätter wie Einkommensnachweis, Nachweis von meinem Freund, Kontoauszüge, Sparbuchkopien und und und… nicht noch einmal einreichen, sondern eben nur den Hauptantrag. Den sollte ich bis 30. April einreichen, stand in dem „Erinnerungsbrief“. Also hab ich den Antrag ausgefüllt und zum 30. April eingeschickt.

Das erste Mal sauer war ich, als am 30. April kein Hartz IV drauf war. Ich dachte ja die ganze Zeit, Hartz IV würde im Nachhinein gezahlt. Also das Geld für April am 30. April und so weiter… Aber nein, nach Anruf bei der ARGE wurde mir gesagt, es würde im Vorraus bezahlt werden. Also am 30. März für April. Wird einem ja auch nicht gesagt.
Aber ich sollte mir keine Sorgen machen, sagte die Dame, ich würde es ja nachbezahlt bekommen, sobald der Antrag bewilligt wird. Naja okay. Womit ich dann im Mai über die Runden komme, interessiert ja keinen. Also hieß es abwarten.

Kurz vor Ende Mai, also um meinen Geburtstag rum, kam dann wieder ein netter Brief von der ARGE. Ich hätte nicht alle Anlagen eingereicht, und sollte doch Einkommensnachweise etc. neu einreichen… Natürlich. HÄTTE ICH MIR JA DENKEN KÖNNEN.
Also wieder solche dummen Formulare an meinen Minijob-Arbeitgeber und an den Arbeitgeber meines Freundes gesendet. Im Mai natürlich auch kein Geld bekommen. Da unsere Vorgesetzten bekanntlich aber immer Wochen brauchen, um solche Nachweise auszufüllen, haben wir unsere monatlichen Lohnabzüge und die Kontoauszüge der Monate, die das Arbeitsamt nachgewiesen haben wollte, schon mal reingegeben. Daran können sie ja ablesen, wie viel wir immer so bekommen. Wieder gewartet.

Mitte Juni kam dann wieder ein Brief. Sie müssten eine Vergleichsrechnung anstellen, und bräuchten dazu auch noch die Lohnabzüge von Monaten aus 2009. Von mir, und meinem Freund. Das ich meine Lohnabzüge als Nachweis jeden Monat reingefaxt habe, ist ja egal. Ist ja sowieso jedes Mal ein anderer Bearbeiter, der mir da schreibt.
Außerdem sollte ich einen Nachweis von der Familienkasse bringen, dass ich Kindergeld erhalte. Davon hätte ich nämlich nichts im Erstantrag angegeben. Ist klar, wenn ich den Erstantrag im Oktober 2009 geschrieben habe, und erst seit Januar 2010 wieder Kindergeld bekommen hab. Im Januar hatte ich ja extra ein Schreiben von der Familienkasse reingefaxt. Aber wer weiß, bei welchem Bearbeiter das wieder rum liegt. Außerdem sollte ich den monatlichen Eingang des Kindergeldes auf meinem Konto nachweisen. Ja nee ist klar. Das Geld geht seit meiner Geburt auf das Konto meiner Mutter, und die gibt sicher keine Kontoauszüge ins Amt.

Zwischendrin hat übrigens eine nette Dame vom Amt bei meinem Arbeitgeber angerufen. Was denen denn einfällt, ich würde zu viel arbeiten. Aha… eigentlich hab ich genau so viel verdient wie ich durfte. Nur die Stunden waren anders auf die Wochen aufgeteilt, als gewünscht. Naja. Das mein Arbeitgeber von dem Anruf nicht begeistert war, brauch ich ja nicht zu erwähnen.

Also… wieder ins Amt. Mit den gewünschten Nachweisen, und der Erklärung, dass das Kindergeld aufs Konto meiner Eltern geht. Und wieder auf die Bearbeitung warten. Juni kam auch kein Geld. Langsam wird es echt knapp auf meinem Konto.

Nun kam vor zwei Tagen der Bescheid. Mehr als 25 Seiten an mich, und sogar ein einseitiger Brief an meinen Freund.

Erste Erkenntnis:
Für die Monate September bis April würde ich 80 Euro nachgezahlt bekommen, weil ich zu wenig gearbeitet hätte. (A ja??)

Zweite Erkenntnis:
Für den Monat Dezember müsste ich 240 Euro zurück zahlen, da mein Freund ja Weihnachtsgeld erhalten hätte. Da frag ich mich erstens, was das mit mir zu tun hat. Und zweitens, stand in dem Brief ich hätte Zahlungen für Heizung und Wasser bekommen. Hab ich aber nie, sondern nur das normale Hartz. Das sind zwar weniger als 240 Euro, aber wenn man das normale Arbeitslosengeld dazu rechnet, könnte es vielleicht gerade so hinkommen.
Wo ich das Geld jetzt hernehmen soll, weiß ich zwar auch noch nicht, aber naja.

Dritte Erkenntnis:
Ab Mai hätte ich keinen Anspruch mehr auf Hartz IV. Da das Kindergeld seit Januar ja von 150 auf 180 Euro erhöht wurde, würde ich mit meinem Nebenjobgehalt (ca. 250 Euro) genug verdienen und wäre nicht mehr hilfsbedürftig. Außerdem würde mein Freund zu viel verdienen, der bekommt ja seit Mai 90 Cent mehr.

Ja. Was denk ich jetzt? Arschlöscher. Die Bude sollte man anzünden.

Und das Beste ist ja noch:
Im Brief meines Freundes stand, er soll ebenfalls 240 Euro für Dezember an die ARGE zahlen. Dabei war mein Freund noch nie arbeitslos oder bei der ARGE gemeldet.
Der ist total ausgerastet, wäre ich aber auch.

Gut. Und als Abschlusssatz steht dann noch so in etwa drunter:
Sie bekommen zwar kein Geld mehr, aber gerne können Sie weiterhin zu Ihrer Arbeitsvermittlerin. Diese hilft Ihnen gerne auf der Suche nach einem Beruf.

Ich glaub ich spinne. Ich hab seitdem ich arbeitslos bin noch kein gescheites Vermittlungsangebot von der ARGE bekommen. Und die paar Euro, die ich Hartz IV bekommen habe, können die sich jetzt auch in Ihre hässlichen Ärsche schieben.

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